Alles unter einem Hut

Kann eine Frau Karriere und Familie unter einen Hut packen und dabei auch noch stark, selbstbewusst und glücklich sein?

 

Iris Schiffer steht kurz vor ihrem großen musikalischen Durchbruch: Sie ist erfolgreiche Sängerin an der Wiener Staatsoper, hat einen vollen Terminkalender und ein hervorragendes Privatleben.

 

Andrea Grill schrieb mit ihrem Roman ein Portrait einer Frau der heutigen Zeit zwischen Karriere, Gesellschaftserwartungen, Privatleben und Schwangerschaft und dem Wunsch all dies miteinander zu vereinbaren zu können und dabei glücklich und zufrieden zu sein.

 

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir bis zum Ende nicht sicher war, ob ich die Geschichte mag. Es war durchaus ein interessantes Thema, gut geschrieben und vor allem zeigt die Autorin, dass es schon möglich ist, als Frau Karriere und Privatleben miteinander zu vereinbaren und dabei selbstbewusst und stark zu sein.

Mit den moralischen Aspekten konnte ich mich nicht so anfreunden: Die Hauptperson führt zwei Beziehungen, davon eine mit einem verheirateten Mann und bis zum 7. Schwangerschaftsmonat wissen auch weder ihre Kollegen noch der Vorstand der Salzburger Festspiele, dass sie schwanger ist.

Ja, sie ist nicht verpflichtet etwas zu sagen, aber wenn es um ihre Sicherheit und die des Kindes geht und sie Bühnendarstellerin ist, bin ich der Meinung, dass sie ihre unmittelbaren Vorgesetzten in Kenntnis setzen muss.

Ungewiss bleibt auch, wer der Vater des Kindes ist. Somit überlässt die Autorin ihren Lesern über diese Frage zu urteilen.

 

Trotz all dem ist es ein guter Roman, der zeigt, dass man als Frau in der karrieresüchtigen Welt und all den Gesellschaftserwartungen ihren eigenen Weg finden kann, der gut für sie ist.

 

Daten zum Buch:

Titel: Cherubino

Autorin: Andrea Grill

Verlag: Zsolnay

 

 

 

 

 

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Fein und doch tiefgehend

Ich habe gerade einen ganz feinen Roman in den Händen. Und eigentlich ist er noch nicht ausgelesen, aber ich muss einfach jetzt schon davon erzählen.

 

Wir sitzen mit einem Mann Mitte 50 in einer kleinen feinen Waldhütte an einem See. Es ist April und die Abende noch angenehm frisch. Wir wissen seinen Namen nicht, aber das macht nichts. Er schreibt in das Hüttenbuch, welches seit Beginn an in diesem Märchenhaus, wie er es mit seiner Frau getauft hat, liegt. Er schreibt die Seiten voll mit Gedanken über das Kennenlernen und die Abenteuer mit seiner Frau; den Hauskauf und die vielen Sommer mit seiner Familie.

Aber er schreibt auch über seine Krankheit und wie diese immer mehr Präsenz in seinem Leben und Alltag einnimmt.

Er ist dabei Abschied zu nehmen.

Wird er dies tun? Oder nicht? Gibt es vielleicht sogar ein offenes Ende?

Tja, um dies zu erfahren, muss ich noch 20 Seiten lesen; aber ich bin für alle drei Optionen offen.

Eines kann jedoch jetzt schon sagen! Ich mag diese Geschichte. Sie ist so offen, so hemmungslos, so fein und liebevoll geschrieben.

 

Jostein Gaarder hat eine ganz feinfühlige Sprache, wodurch er der eigentlich tragischen Geschichte, eine besondere Leichtigkeit verleiht.

 

Daten zum Buch:

Titel: Genau richtig – Die kurze Geschichte einer langen Nacht

Autor: Jostein Gaarder

Verlag: Hanser

 

Urlaub am Land

Ich habe diese Tage einen ganz feinen Roman ausgelesen.

Jane Gardam erzählt eine Geschichte über Freundschaft, Familie, Gemeinschaft und das Leben am Land.

Jedes Jahr fährt eine Londoner Familie in ein idyllisches Dorf um dort Urlaub zu machen. Harry, der jüngste Spross, freundet sich mit dem Sohn des Nachbarbauern an. Gemeinsam erleben sie das eine oder andere Abenteuer und es wird bald klar, dass diese Freundschaft für immer halten wird. Auch Harry’s Eltern gewöhnen sich an das doch eher anspruchsvollere aber doch schöne Landleben.

Locker, frisch, amüsant und herzlich! Der perfekte Roman für heiße Sommertage.

 

Daten zum Buch:

Titel: Bell und Harry

Autorin: Jane Gardam

Verlag: Hanser

 

Manchmal muss man spontan sein

Ich mag Bücher, deren Geschichten Balsam für die Seele sind. Wenn ich sie zufrieden aus der Hand legen und mit einem Lächeln schließen kann.

Die Phantasie der Schildkröte“ war/ist so eines.

Schon lange streife ich an diesem bei uns in der Buchhandlung vorbei; jedes Mal mit dem Gedanken „Ja, bald lese ich es auch.“ Meiner Schwester und einigen Kunden habe ich es schon wärmstens empfohlen; nachdem meine Kolleginnen davon schwärmten.

Und nun war es endlich so weit. Der Roman landete in meinem Rucksack, mit in den Urlaub.

 

Edith führt ein toporganisiertes und geregeltes Leben.

Bis eines Tages plötzlich ein 10-jähirges Mädchen mit ihr im Lift steht und mit frecher, fröhlicher und kindlicher Art, frischen Wind in ihr Leben bringt.

Edith bekommt Aufgaben gestellt, die sie herausfordern, aus sich herauszukommen, Grenzen zu überschreiten und vor allem ihr gewohntes und durchorganisiertes Leben ändert.

 

Ein herzerwärmender und lustiger Roman über Freundschaft, Vertrauen und der Freude, neues zu lernen.

 

Daten zum Buch:

Titel: Die Phantasie der Schildkröte

Autorin: Judith Pinnow

Verlag: Fischer

Das Problem mit der Vergangenheit

Das Geburtstagsfest“ ist kein einfacher Roman.

Die Geschichte geht unter die Haut, macht nachdenklich, überrascht.

Sie ist amüsant und traurig zu gleich.

 

Kim wird 50 und da dies ein besonderer Tag werden soll, organisiert seine Familie, gegen seinen Willen und ohne seines Wissens, ein großes Geburtstagsfest.

Wenn das nicht schon reichen würde, steht auch plötzlich Tevi vor der Tür. Als der kleine Johannes die alte Jugendfreundin der Eltern einlädt, kann er nicht wissen, dass er damit die Vergangenheit hervorholt und das Geburtstagsfest einen bitteren Beigeschmack bekommt.

 

Judith W. Taschler packt große Gefühle, Trauer, Liebe, Angst, Freude, Glück und Hass in eine Geschichte ein und zeigt damit dem Leser/der Leserin, dass es manchmal gut sein kann, die Vergangenheit ruhen zu lassen.

 

Daten zum Buch:

Titel: Das Geburtstagsfest

Autorin: Judith W. Taschler

Verlag: Droemer

Charmant

…dieses Wort trifft eindeutig auf Antoine Laurain zu. Der französische Autor hat die Gabe, mit seinem charmanten und amüsanten Schreibstil und seiner schönen Sprache, seine Leser vollkommen für sich zu gewinnen.

So auch nun mich 🙂

Es ist schon länger her, dass ich ein Buch in zwei Tagen ausgelesen habe. Ich muss dazu sagen, dass ich diesmal einen kleinen Ansporn hatte. Nämlich nur das Wochenende Zeit um den Roman zu lesen „Arbeitsauftrag“ meiner Chefin. Aber es hat sich voll ausgezahlt 🙂

Wir befinden uns mal wieder in der Stadt der Liebe. Wenn das so weiter geht, kann ich vor Fernweh und Liebe für diese Stadt, keine Bücher mehr lesen, deren Handlung dort spielt.

 

Als Bob Brown im Flugzeug sitzt, hätte er wohl nicht gedacht, nicht nur in die Stadt der Liebe, sondern gleich einmal in eine andere zeit zu reisen.

Dass Maglie ihre geliebt Oma als junge Frau, Julien seinen Urgroßvater treffen und Hubert sich als seinen verschollenen Onkel ausgeben würde, damit hatten sie wohl nicht gerechnet, als sie eines Abends beisammen saßen und einen von Huberts alten Weinen tranken.

 

Laurain erzählt auf seine, wie oben erwähnt, amüsante und charmante Art das Abenteuer einer Pariser Nachbarschaft, die sich neu kennen lernt und einem Amerikaner, der Paris von einer unerwarteten Seite erlebt.

 

Daten zum Buch:

Titel: Ein Tropfen vom Glück

Autor: Antoine Laurain

Verlag: Atlantik Verlag

Genau meins

Hallo erstmals! Ich melde mich aus dem Alltag zurück und das gleich einmal mit einem wunderbaren Lesetipp!

Ich gehöre zu den Lesern, die sich von Titel und -blatt ansprechen lassen. Natürlich passiert es oft genug, dass Inhalt und Titel sogar nicht zusammenpassen.

Bei „Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta“ von Huerta Maxim war der Inhalt genauso wie der Titel und das Cover! Einfach nur schön und total meins! 🙂

 

Genug geschwärmt, nun kurz zum Inhalt, ich will ja nicht zu viel verraten 😉

Der wohl schönste Blumenladen ganz Paris‘ ist Schauplatz einer wunderschönen und zauberhaften Geschichte.

Täglich treffen hier Menschen aufeinander, die nicht unterschiedlicher sein können. Der Besitzer Monsieur Dominique mit seiner feinfühligen und oft verwirrten Art; Dona Mercedes und Dona Tilde, mit ihren Altersgewohnheiten.

Eines Tages kommt die junge Violeta herein und wirbelt auf ihre charmante Art und Weise das Leben des Trios auf.

 

Dieser Roman ist einfach nur zauberhaft und kommt auf die Liste meiner Lieblingsbücher! 🙂

 

Daten zum Buch:

Titel: Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta

Autor: Maxim Huerta

Verlag: THIELE

Von Luftschlössern und Spielzeugsoldaten

Eine Welt a la „Der Nussknackerprinz“, „Mr Magoriums Wunderladen“ und „Mary Poppins“, verbirgt sich hinter den Türen von „Papa Jacks Emporium“.

„Papa Jacks Emporium“ ist kein gewöhnlicher Spielzeugladen. Nein! Es ist eine Wunderwelt, in der Spielzeugsoldaten salutieren, eine kleine Dampflok ihre Passagiere durch die verzaubernden Gänge fährt, Schaukelpferde Kunststücke machen und geheimnisvolle Holztruhen die herrlichsten Verstecke bieten.

Es scheint, als wäre das Emporium der schönste aller Orte. Doch auch hier muss eine Familie ihren Zusammenhalt beweisen. Auch hier gibt es Rivalitäten; welcher der bessere Spielzeughersteller und Erfinder ist.

Wie wunderbar es da scheint, einfach in eine Holztruhe zu steigen und sich seine eigene zauberhafte kleine Welt zu erschaffen….

 

„Die kleinen Wunder von Mayfair“ hat mich schon nach den ersten fünf Seiten für sich gewonnen. Sofort war ich mittendrin, in dieser zauberhaften Welt und hätte es gar nicht so ungewöhnlich gefunden, wenn auch noch der Nussknackerprinz vorbei geschaut hätte!

 

Verzaubernd, geheimnisvoll und einfach schön, erzählt dieser Roman von der Fähigkeit der Spielzeuge Frieden zu stiften, Wunder zu wirken und die Welt um einen herum für einen Augenblick zu vergessen.

 

„Wir alle waren einmal Kinder, egal, wer wir als Erwachsene sind oder was wir getan haben, wir waren alle KInder, die schon glücklich waren, wenn sie einen Ball gegen eine wAnd werfen konnten“ Jekab Godman – Papa Jacks Emporium

 

Daten zum Buch:

Titel: Die kleinen Wunder von Mayfair

Autor: Robert Dinsdale

Verlag: KNAUR

Einmal alles bitte

Leute, wisst ihr wie schwer es ist, wenn man ein Buch liest, dessen Handlung in einem kleinen Städtchen in Cornwall spielt und dessen Hauptcharakter in einem Leuchtturm wohnt und eine Bäckerei besitzt? Super schwer!! Denn das ist auch meine großer Traum (also eine Bäckerei/Kaffeehaus zu führen). Und nach Cornwall mag ich auch einmal – und das nicht wegen der Rosemunde Pilcher Filme 😉 in einem Leuchtturm stelle ich es mir sehr, naja nciht so kuschlig vor.

Aber nun zum Roman, den ich euch ja eigentlich vorstellen möchte.

Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg“ ist der zweite Teil der „Bäckerei-Trilogie“ von Jenny Colgan. Und wie auch die anderen einfach himmlisch und herzig und romantisch und einfach nur schön! Polly bezaubert auch diesmal wieder mit ihrer frechen, mutigen und fröhlichen Art. Wieder an ihrer Seite ihr schnittige Freund und der Papageientaucher Neil.

Diesmal wird es auch ein wenig spannend, weil Polly um ihre Existenz fürchten muss, kein herrlicher Duft nach Brot und Kuchen mehr durch die GAssen weht, Mr. America-Dreamboy für einige Zeit wegzieht und Polly einsehen muss, dass Neil kein Haustier ist.

Und überhaupt und außerdem…

Mehr möchte ich euch gar nicht verraten! Unbedingt lesen! Dieser Roman lädt zum Träumen ein…mit einem frischen Scone und einer TAsse Kaffee auf der Hafenmauer sitzen und der Sonne beim Aufgehen zusehen. Salzgeruch in der Nase, eine leichte Brise, während die Butter auf dem Gebäck schmilzt….

 

🙂

 

Daten zum Buch:

Titel: Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg

Autorin: Jenny Colgan

Verlag: PIPER

Ein Familienroman mit einer Prise Zimt

Heute stelle ich euch einen sehr schönen und berührenden Roman vor. Wenn ich mir ein Buch aussuche, lasse ich mich vor allem durch den Titel ansprechen. Nicht immer, ist die Geschichte dann gut, aber dies kommt nicht so oft vor.

„Als die Tage nach Zimt schmeckten“ hat mein Interesse sofort geweckt.

Wir sind in Teheran, einer Stadt im Iran, im Cafe Leila, in dem schon seit Generationen das beste Essen weit und breit gekocht wird. Hier werden die Zutaten mit Bedacht ausgewählt und mit viel Liebe und Genuss zu Köstlichkeiten gemischt. Gemeinschaft und Familie wurde und wird immer noch groß geschrieben.

Als Noor  nach 30 Jahren wieder nach hause zu ihrem Papa Zod in das Cafe kommt, nimmt sie nicht nur ihre Tochter Lily, sondern auch einen Rucksack voll Sorgen mit. Nachdem auch noch Krebs bei Zod diagnostiziert wird, ist die Familienidylle gefährdet.

 

Ein Roman voll duftender persischer Köstlichkeiten und einer Familiengeschichte, wo Zusammenhalt und bedingungslose Annahme die Hauptrolle spielen.

 

Daten zum Buch:

Titel: Als die Tage nach Zimt schmeckten

Autorin: Donia Bijan

Verlag: ullstein