Fein und doch tiefgehend

Ich habe gerade einen ganz feinen Roman in den Händen. Und eigentlich ist er noch nicht ausgelesen, aber ich muss einfach jetzt schon davon erzählen.

 

Wir sitzen mit einem Mann Mitte 50 in einer kleinen feinen Waldhütte an einem See. Es ist April und die Abende noch angenehm frisch. Wir wissen seinen Namen nicht, aber das macht nichts. Er schreibt in das Hüttenbuch, welches seit Beginn an in diesem Märchenhaus, wie er es mit seiner Frau getauft hat, liegt. Er schreibt die Seiten voll mit Gedanken über das Kennenlernen und die Abenteuer mit seiner Frau; den Hauskauf und die vielen Sommer mit seiner Familie.

Aber er schreibt auch über seine Krankheit und wie diese immer mehr Präsenz in seinem Leben und Alltag einnimmt.

Er ist dabei Abschied zu nehmen.

Wird er dies tun? Oder nicht? Gibt es vielleicht sogar ein offenes Ende?

Tja, um dies zu erfahren, muss ich noch 20 Seiten lesen; aber ich bin für alle drei Optionen offen.

Eines kann jedoch jetzt schon sagen! Ich mag diese Geschichte. Sie ist so offen, so hemmungslos, so fein und liebevoll geschrieben.

 

Jostein Gaarder hat eine ganz feinfühlige Sprache, wodurch er der eigentlich tragischen Geschichte, eine besondere Leichtigkeit verleiht.

 

Daten zum Buch:

Titel: Genau richtig – Die kurze Geschichte einer langen Nacht

Autor: Jostein Gaarder

Verlag: Hanser

 

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